Jetzt geht es nach Darwin. Ich habe mal wieder alle meine Sachen in den Koffer gepackt. Komisch, entweder habe ich jetzt weniger Dinge da drin oder ich habe ein bisschen besser gepackt. Gegen 16 Uhr hat Troy mich mit seinem white wizzard abgeholt. Wir haben dann noch ein paar Lebensmittel eingekauft und uns dann auf den Stuart Highway nach Darwin begeben. Doch weit sind wir nicht gekommen. Wir waren gerade erst aus Alice Springs raus als der white wizzard angefangen hat zu stottern. Troy konnte das Gaspedal bis auf den Boden durchtreten, doch schneller als 70 kmh sind wir nicht gefahren. So haben wir beschlossen lieber wieder zurueck nach Alice Springs zu fahren, bevor wir irgendwo liegen bleiben und nicht mal Handyempfang haben. Wir sind dann zu einem Laden gefahren, der Autoteile verkauft. Ich waere ja noch schnell zu einer Werkstatt gefahren, aber gut ist ja nicht mein Van. Einer von den Leuten war wohl auch ein Mechaniker, aber es schien als ob er keine Ahnung hat.
Troy hat dann viele Dinge fuer sein Auto gekauft, unter anderem auch einen neuen Benzinfilter und noch so einige lustige Sachen. Er hat wahrscheinlich viel Geld in dem Laden gelassen, doch geholfen hat es nicht. Der Van ist nun auch nicht mehr angesprungen. Es hatte sich aber mittlerweile heraus gestellt, dass das Problem das Benzin ist, was er getankt hat. Der White Wizzard braucht unleaded Benzin, das hat er auch getan jedoch OPAL und nicht das Premium. Das Premium waere auch teurer gewesen. Nun ja was er nicht wusste, oder die meisten Touristen sicher auch nicht, das OPAL Benzin ist nicht gleich jedem anderem unleaded Benzin, was man in Australien bekommt. Dem OPAL Benzin sind die Schnueffelstoffe entzogen worden, damit die Aborigines es sich nicht mehr kaufen. Denn diese haben das normale unleaded Benzin benutzt um von den Geruechen high zu werden. Um das zu verhindern wurde das OPAL Benzin eingefuehert. Leider haben, vor allem alte Autos (White Wizzrad Jahrgang 1989), damit Probleme, da die Zusammensetzung anders ist. Nun war entweder was mit dem Motor, der Benzinpumpe oder den Zuendkerzen nicht in Ordnung.
Der Autoladen hat zu gemacht und Troy hat seinen Mechaniker in Adelaide angerufen. So haben die beiden versucht das Problem ueber das Telefon zu loesen, allerdings ohne Erfolg. Gegen 9 Uhr haben wir die RAA (gleichzusetzen mit dem ADAC). Na endlich, ich dachte schon wir muessen hier die Nacht verbringen. Der RAA-Mensch kam auch sehr schnell. Dieser hat uns dann zur naechsten Tankstelle geschleppt. Wir haben dort die Haelfte den OPAL Benzin abgelassen (Troy hatte voll getankt) und mit premium Benzin aufgefuellt. Die Maenner waren mit dem Auto beschaeftigt und ich habe ein bisschen die Gegend beobachtet. Es ist Nachts in Alice Springs und die Aborigines kommen alle aus ihren Loechern gekrochen. So ist es wirklich. In jedem Auto was an die Tankstelle gefahren ist waren Aborigines, ausser die Roadtrainfahrer. Doch auch so viele, die einfach voellig betrunken zur Tankstelle kamen. Keine Ahnung was die dort wollten, Alkohol wohl eher nicht, denn den gibt es an australischen Tankstellen nicht. Einer von ihnen wurde aus der Tankstelle geschmiessen, weil er was klauen wollte und der Besitzer hat ihn erwischt. Nicht das ihr den der Dieb ist dann einfach von dannen gezogen. Nein, er hat noch mindestens 10 Mal versucht wieder in die Tankstelle zu gehen. Jedes Mal kam der Besitzer, mit einem Baseballschlaeger bewaffnet, heraus und hat ihn verscheucht. Ich weiss leider nicht wie es ausgegangen ist, denn dann haben die Maenner aufgegeben. Der nette RAA-Fahrer hat uns dann in die Naehe einer Werkstatt geschleppt und wir haben im Van geschlafen. In der Hoffnung das ein Mechaniker den Van morgen reparieren kann. Es war bitter kalt in der Nacht, ich war froh, dass ich meinen Schlafsack hatte.
Doch jeder Mechaniker in Alice Springs war fuer die naechsten 2 Wochen ausgebucht. Das ist ja super. Also wieder die RAA angerufen und dieser Fahrer konnte anscheinend das Problem loesen. Der White Wizzard laeuft wieder, sogar nach einer kurzen Fahrt. RAA-Mensch ist wieder von dannen gefahren und wir wren gluecklich das wir Alice Springs endlich verlassen. Genau, dachten wir. Troy hat das Auto ausgemacht und es ist nicht mehr angesprungen. Damit habe ich beschlossen mir einen anderen Lift zu suchen. Ich habe schon viel zu lange gewartet. Somit habe ich Wayne angerufen. Dieser war eigentlich schon fast raus aus Alice, doch ich hatte Glueck. Denn wann man in Australien aus den Staedten faehrt hat man keinen Empfang mehr. Wayne hat mich dann abgeholt.
Ich hatte mir schon gedacht, dass Wayne ein bisschen aelter ist, doch als dann ein ca. 50 Jaehriger Mann vorgefahren ist, war ich ein wenig ueberrascht. Wir haben uns kurz unterhalten und er schien nett zu sein. Nun ging es endlich nach Darwin.
Unser erster Stopp war das Aileron Roadhouse, wo zwei grosse Aborigines Staturen stehen. Da musste ich natuerlich gleich auch mal Fotos machen. Ich reiche der einen Statur nicht mal bis zum Knie. Lange haben wir uns dort jedoch nicht aufgehalten. Wir sind dann zur Red Centre Farm gefahren. Da wachsen Mangobaeume mitten in der Wueste. Dies ist nur moeglich, da es ein riesiges unterirdischen Wasserbassin gibt. Somit gab es auch ein leckeres selbstgemachtes Mangoeis. Nach einem weiterem Stopp in Barrow Creek haben wir unser Nachtlager abseits vom Highway aufgeschlagen. Wayne hatte ein Zelt und eine Decke, die ich als Matratze genutzt habe, fuer mich und er hat in seinem Swag geschlafen. Zum Abendessen hat Wayne Huehnchen mit Nudeln ueber dem Lagerfeuer gemacht. Total lecker. Sogar mit den einfachsten Mitteln kann jeder besser kochen als die gute Amy (die Koechin von der sheep station).
Der naechste Morgen war herrlich. Sonnenschein pur und es wird langsam waermer. On the road again (zurueck auf der Strasse), hiess unser Motto. Unser naechster halt war etwas verrueckt Wycliff Well “Die UFO-Hauptstadt Austaliens“. Da wisst ihr schon Bescheid. Ausser ein paar UFO-Staturen und Malerein habe ich keine UFOs oder Ausserirdische gesehen. Die Aussis spinnen halt ein bisschen. Danach gab es erst einmal Fruehstueck in Wauchope Hotel und Wayne wollte nicht das ich bezahle. Na gut, es war auf jeden Fall sehr gut.
Nun kam die Sehenswuerdigkeit auf der Strecke von Alice Springs nach Darwin, die Devil Marbels. Dies ist eine Reihe von Steinkombinationen, die so aussehen als ob jemand sie so positioniert hat. Doch es ist alles von der Natur geschaffen worden. Davon mal abgesehen sehen die Devil Marbles so aus als ob sie gar nicht so halten wuerden, sondern jemand mit Klebstoff nachgeholfen haette. Wayne hat geduldig auf mich gewartet, waehrend ich Fotos gemacht habe. Echt lieb von ihm, das er mich zu all den verrueckten und tollen Plaetzen faehrt. Auf dem Parkplatz ist uns dann noch ein Dingo ueber den Weg gelaufen. Ach mensch, die Tierchen sind doch einfach toll.
Ha und mitten auf dem Highway, in the middle of nowhere, kommt uns dann ein Reiter entgegen. Wer weiss wo dieser hinwollte. Der naechste Ort ist auf jeden Fall noch einige 50 Kilometer entfernt. Wayne und ich haben dann unser Nachtquartier 40 Kilometer vor Elliot aufgeschlagen. Wir konnten einen wunderschoenen Sonnenuntergang bestaunen um uns danach an Feuer zu setzen. Wir haben wieder Abendessen gekocht, noch ein bisschen am Feuer gesessen und erzaehlt.
Am naechsten Morgen ging es durch Elliot weiter nach Daly Water. Dort gibt es einen alten Pub, eine nie genutzte Ampel und ein Schild fuer den naechsten McDonals. Der naechste Maccas ist nur 286 km entfernt und im Pub haengen jede Menge Hinterlassenschaften von Reisenden. Es war auf jeden Fall einen Besuch wert. In Larrimah gab es dann das Pink Panter Roadhouse, inklusive kostenlosen Zoo. Eine nette Idee.
Am Campfire hat Wayne dann erzaehlt, dass er frueher viel gesurft ist und wirklich gut war, bis er einen Autounfall hatte, wobei er seinen Ruecken schwer verletzt hatte. Seid diesem Tag durfte er kein Surfbrett mehr besteigen, das ist so traurig.
Tja und dann war der Trip auch schon fast vorbei. Es ging durch Kathrine, Adelaide River nach Darwin. Wayne war noch so nett und hat mich bis zu meinem Hostel gefahren. Dort habe ich ihn dann auch gefragt, wieviel er fuers Benzin und Essen bekommt. Ueberraschender Weise wollte er gar nichts haben. Er hat sich noch fuer meine nette Gesellschaft bedankt. Also so guenstig bin ich noch nie weg gekommen. Dann mussten wir uns verabschieden. Ich habe ins Hostel eingecheckt und erst mal eine lange Dusche genommen, dies war auch wirklich notwendig nach 4 Tagen ohne zu duschen.
Am spaeten Nachmittag bin ich noch zum Lameroo Beach gelaufen. Gut baden kann man da nicht, mit einem Krokodil moechte ich nicht zu engen Kontakt haben.Am Abend bin ich dann zum Mindel Beach gefahren ummir den Sonnenuntergang anzuschauen.