Woche 5 und 6:
Oh ja, endlich einen Waterrun (in bestimmte Paddocks fahren und gucken wie viel Wasser in den Tanks ist) ganz alleine und ich habe mich nicht verirrt oder den Ute zu Schrott gefahren. Allerdings habe ich eine Pipeline kaputt gefahren. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen:
das es so aussah als ob die Asbest-Pipeline in dem Metallrohr steckt ueber das ich gefahren bin, doch dem war nicht so. und
wer macht eine Pipeline quer ueber die Strasse?
Ich konnte den Schaden leider nicht alleine reparieren, da man fuer die Asbest-Pipelines bestimmte Schellen braucht, die natuerlich nicht im Ute waren. Ich habe dann Ben die ganze Sache geschildert und er meinte es war nicht meine Schuld. Stacey und Sophie haben die Pipeline gerade ein paar Wochen zuvor kaputt gemacht und nicht richtig repariert. Denn eigentlich sollte die Asbest-Pipeline durch das Metallrohr fuehren. Ich kam am naechsten Tag leider nicht drum herum diese zu reparieren. Dafuer musste ich nicht im Wassertank baden gehen,da das Rohr verstopft war, was vom Tank zur Traenke fuehrt. Dies hat Ben gemacht, allerdings nur weil ich nicht im kalten Wasser schwimmen wollte. Es war wirklich kalt und ich friere doch immer so schnell. Im Sommer bei haette mich das gar nicht gestoert, doch nun muss man auch immer ein, zwei oder auch mal 3 Pullover tragen (vor allem Morgens).
Manchmal muessen wir auch ganz alleine Schafe in einen Paddock bringen (sonst ist man mindestens zu zweit). Ich war erst ein bisschen aufgeregt, als mich Ben das erste Mal alleine los geschickt hat. Doch dieses Mal waren die Schafe nett und sind alle brav dorthin gelaufen, wo ich sieh hin haben wollte.
Da gibt es dann auch wieder andere Tage wo die Tierchen nicht so wollen wie wir. Rayn und ich waren dabei wie immer ueber mehrere Kilometer zu in einen Paddock zu treiben. Zu Beginn unserer Reise sind die Schaefchen auch alle gut gelaufen. Dann der erste Zwischenfall; Rayn wollte ein paar Ausreisser wieder in die Herde zurueck bringen und ist gestuerzt. Er hatte echt Glueck, dass ich seine Hilfeschreie gehoert habe, denn bei mehreren Stunden alleine auf dem Bike ist es nett etwas Musik zu horen und zudem ist es nicht ungewoehnlich wenn man sich nicht immer sieht. Da die Herde meist bis zu 2 km auseinandergezogen ist (kommt auf die Anzahl der Schafe an). Gut ich habe es ja zum Glueck gehoert und hin gerettet. Rayn war unter seinem Motorrad eingeklemmt und konnte sich nicht selbst befreien oder das Motorrad hoch stemmen. Ich habe dann das Bike aufgehoben und Rayn konnte sein Bein herausziehen. Sein Bein hat zwar geschmerzt, aber er hat sich nichts verstaucht oder gebrochen und konnte weiter Motorrad fahren. Es ging weiter Richtung Zielpaddock und dann mussten die Schafe nur noch durchs Tor zu ihrem neuem Heim laufen. Doch dies gestaltete sich schwieriger als gedacht. Genau vor dem Tor war ein Fuetze und die stellte sich als unueberwinbar fuer die Schafe heraus. Es war einfach nichts zu machen, selbst als ich die Pfuetze mit Grasbueschel abgedeckt habe und kein Wasser mehr zu sehen war, sind die Schafe nur Zirkel um die Pfuetze gelaufen und nicht durchs Tor gegangen. Rayn hat dann schon den Zaun, neben dem Tor runter gemacht (nicht weiter schwierig, da die meisten Zaeune nicht grade stabil sind) und dann sind die Schafe durchs TOR gegangen. Genau durchs Tor. Mit einem Mal ging es doch. Die Schaefchen nur durchs Tor zu bekommen hat am Ende dann auch 1 Stunde gedauert. Wenigstens sind die Schafe dahin wo sie hin sollten. Den Zaun haben wir natuerlich wieder aufgestellt. Dann hiess es Ben ueber Funk zu kontaktieren, um uns weitere Anweisungen fuer den Rest des Tages zu holen. Rayn hat ein paar Mal versucht ihn zu erreichen, ohne Erfolg, und meinte dann das ich es probieren solle und er bestimmt gleich antwortet. Er hatte recht kaum Ben angefunkt kam prompt die Antwort. Von der ich allerdings nur die Haelfte verstanden habe. Ben nuschelt so schon richtig schlimm und ueber das Funkgeraet ist er noch schwieriger zu verstehen. Nicht einmal Rayn hat versteht ihn die meiste Zeit obwohl seine Muttersprache Englisch ist.
Bloed ist dann auch wenn man mit dem Motorrad liegen bleibt und kein Funkgeraet dabei hat um Hilfe zu rufen. Ich war Morgens unterwegs zum ca. 25 km entferntem Paddock naehe der Yards der Shearing Shed. Auf dem Weg dorthin ist mir die Kette 3 mal vom Zahnrad gesprungen, kein Problem, Kette wieder rauf gemacht und weiter ging es. Doch das 4. Mal hat sich die Kette so im Zahnrad verklemmt, dass diese ohne weiteres nicht wieder herauszubekommen war. Das einzige Werkzeug was ich dabei hatte war ein Schraubenschluessel. Ich habe immer wieder versucht die Kette los zu bekommen, doch ohne Erfolg. Ich hatte schon ueberlegt ein Feuer zu machen um Rauchzeichen zu geben. Es war 8 Uhr morgens und weiss ich wann die anderen nach mir suchen kommen, vielleicht 18 Uhr. Oh man, nach endlosen 1 ½ Stunden, zwischen durch habe ich auch mal eine Pause eingelegt, war die Kette wieder frei und ich konnte endlich weiter fahren. Ich bin auch ohne weitere Vorkommnisse angekommen und habe mich mit meinen 1000 Schafen in die Laneway (Zaun rechts – 60 Meter freie Flaeche – Zaun links) begeben. Nun konnte ja nichts mehr schief gehen. In der Laneway sind die Schafe einfach voran zu treiben. Doch dann sehe ich nach rechts und wunder mich warum Schafe auf der anderen Seite der Laneway waren, in diesem Paddock sollten eigentlich keine Schafe sein. Tja, 2 Minuten spaeter wusste ich, das in diesen Paddock sonst keine Schafe sind. Die Schafe auf der anderen Seite der Laneway waren meine Schafe. Irgend ein Idiot hat ein Tor offen gelassen und einige Schafe haben sich aus dem Staub gemacht. Ich dachte echt – das kann doch nicht wahr sein. Ich wollte mich gerade den Versuch starten die Schafe wieder zureuck zu holen, als ich einen Utes sehe und Rayn sass am Steuer. Was fuer ein Glueck, dass er gerade in diesem Moment hier entlang gefahren ist. Er hat sich dann mein Motorrad geschnappt und die ca. 300 Ausreisser wieder in die Laneway befoerdert. Ich war froh das Rayn da war, er kann viel besser Motorrad fahren als ich. Danach ist alles glatt gelaufen. Das war echt ein bloeder Tag. Wenigstens haben wir zum Abendbrot einen Barbie (BBQ = grillen) gemacht, nur fuer uns 4 aus den Quarters (Ben und Mel waren nicht zu hause). Das war echt witzig.
Missy war eines Morgens verschwunden. Ben und Mel haben sie frueh am Morgen raus gelassen. Doch dann hat sie weder auf Pfeifen noch auf Rufe gehoert, was sie sonst immer tut. Wir haben alle gesucht, bis wir sie nach 1 Stunde gefunden haben. Missy hat den ganzen Tag nichts gefressen oder getrunken, was sehr merkwuerdig ist. Nachdem Mel und Ben mit dem Tierarzt telefoniert hat, haben sie beschlossen, dass es besser ist Missy zum Tierarzt zu bringen. Somit hat sich Ben auf den 6 stuendigen weg nach Port Augusta gemacht, wo der naechste Tierarzt ist. Es hat sich herausgestellt, das Missy wohl Maeusegift gefressen hat (auf der Station sind viele Maeuse unterwegs und diese ziehen jetzt gerade in die Haeuser, da es draussen zu kalt wird) und zudem darf sie keine Welpen mehr bekommen. 10 kleine Hundebabys waren dann doch etwas viel!
Eigentlich wollten Rayn und Sophie laenger als die ueblichen 3 Monate bleiben und Ben meinte auch das es kein Problem sei. Doch dann kam die Anweisung von ganz oben, dass einer der beiden die Station fruehzeitig verlassen muss. Jedoch wird er oder sie nicht gefeuert sondern kann auf einer anderen Station weitere 3 Monate bleiben. Ben meinte die beiden sollen das unter sich ausmachen. Ich weiss, dass jeder gerne Rayn behalten wuerde. Er ist einfach eine groessere Hilfe als die faule Sophie.
Ich war mit Ben mal wieder Schafe in einen bestimmten Paddock treiben. Dieses Mal alte Mutterschafe mit vielen, sehr vielen Laemmern. Wir haben auf die Abladeflaeche des Utes einen kaefig gebunden, um dort die Laemmchen zu transportieren, die zu klein sind um die ganze Strecke zu laufen. Trotzdem waren immer noch viele Laemmer da, die den Marsch zu Fuss machen mussten und die alten Schafe rennen auch immer wieder zu den Laemmern zurueck. Oder die Schafe haben einfach keine Angst mehr vor dem Ute oder Motorrad und bleiben staendig stehen. Das ist auf die Dauer sehr anstrengend und der Marsch dauert um so laenger. Da ist man froh wenn man endlich angekommen ist.
Ben fragte mich einen Nachmittag ob unsere Quarters mal wieder geputzt werden muessen, da meinte ich nur knapp “Ja.“ Er alle dann das ich unser Haus putze und ich meinte nur das ich das nicht unbedingt machen moechte, sondern lieber seinen Ute wasche. Hallo ich bin doch hier nicht die Putze der Quarters. Ich habe oefters schon geputzt, da es kaum jemand macht, hoechstens Stacey ist noch dabei. Warum sollte ich auch unser Haus putzen, wenn Sophie dies nicht mal in fast 2 Wochen schafft waehrend die den Kochjob macht. Ich mein Sophie ist so beschaeftigt, dass sie es schafft 2 Filme am Tag zu gucken waehrend wir richtig Arbeiten. Sollte ich etwa um sie herum putzen waehrend sie einen Flim guckt. Na bestimmt nicht. Da wasche ich doch lieber das Auto.
Stacey, Rayn und ich hatten dann die Aufgabe in verschiedenen Paddocks die Schafe aus den kleineren Yards zu zaehlen (damit man weiss wie viele Schafe in dem jeweiligem Paddock sein sollten), jedoch vorher die Woolies (Schafe die uns vor dem Scheren entkommen sind) zu fangen. Also bei jedem Wassertank sind normalerweise kleinere Yards wo auch die Traenken sind. Von diesen Yards kann man dann die Schafe in verschiedene Paddocks raus lassen. Oh ja Schafe fangen macht Spass, na gut nicht wirklich. Es ist ganz schoen anstrengend. Man versucht alle Schafe in eine Ecke zu treiben und hofft das eines der Woolies im Getuemmel etwas stecken bleibt und nicht so schnell weiter rennen kann man rennt schneller als das Schaf, was nicht so einfach ist. Dann muss man das Schaf von den Fuessen bekommen und die Beine mit einem Stueck Draht fixieren. Dies moechten die Schafe natuerlich nicht und treten meist wild um sich oder einige der gefesselten Tiere befreit sich wieder und man muss es wieder einfangen. Wenn man dann alle Schafe gefangen hat muss man diese auf die Ablageflaeche der Utes heben. Die Woolies wiegen dann auch mal 20 kg mehr als Schornies (das ist nur die Wolle!!!) Wenn die Schafe klein sind kein Probelm, doch bei den groesseren Schaefchen brauchen wir dann manchmal auch 3 Personen. Gut Stacey und ich sind jetzt auch nicht gerade die kraeftigsten, aber wir hatten ja Rayn. Wenn alle Schafe verstaut sind wird jeweils eine bestimmte Anzahl von Schafen in die verschienen Paddocks gelassen. Die Woolies werden in einem Paddock gesammelt um dann spaeter geschoren zu werden. Wir wollten dann noch ein totes Schaf, was genau neben einer der Traenken lag, mit einem Seil weg ziehen. Nun, ja das Schaf hatte beschlossen doch lieber dort liegen zu bleiben. Wir haben dem Tier erst einmal das Bein samt Schulterblatt herausgerissen. Na zum Glueck war es schon tot und hat nichts mehr gemerkt. Ekelhaft war es aber alle Male.
(hier haben Stacey und Guss ein Woolie zu Boden gebracht)
Rayn und Sophie haben immer noch nicht entschieden wer bleibt oder geht. Geschweige denn das die beiden schon mal darueber geredet haben. Denn Rayn und Sophie koennen sich nicht so richtig leiden. Gut Sophie nervt hier auf der Station einfach jeden. Da hat sie Schmerzen und dort und uerberhaupt – aetzend na und dann moechte sie ja Personal Trainer werden. Hallo das haben wir alle schon gehoert. Na ja und dann sind auch Ash und Amy wieder aus dem Urlaub gekommen. Nun heisst es wieder Mikrowellen-Gemuese. Baehhhh.